1. Februar 2016

UNESCO-Welterbe Dom St. Mariae und St. Michaeliskirche

St.Michael-(c)-Hildesheim-Marketing-Foto_Nina_Weymann_Schulz_webDer Hildesheimer Dom St. Mariä Himmelfahrt ist eine der ältesten Bischofskirchen Deutschlands. Baugeschichtlich geht er bis in das 11. Jahrhundert zurück, seine Ursprungsgeschichte reicht sogar bis in das Jahr 815.

1985 wurden der Hildesheimer Dom und der Domschatz zusammen mit St. Michaelis in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen.

Die Hildesheimer Rose

Die Legende, die den Tausendjährigen Rosenstock umgibt, reicht bis in die Gründungsgeschichte des Bistums Hildesheim zurück. Seinerzeit, im Jahre 815, soll Ludwig der Fromme, Sohn und Nachfolger Kaiser Karls des Großen, zwischen den Blüten einer wilden Heckenrose eine kostbares Reliquiar vergessen haben, dass er dort zur Feier einer Messe hatte aufhängen lassen. Als er zurückkehrte, um das Reliquiar wieder zu holen, ließ es sich nicht mehr  vom Rosenstock entfernen. Ludwig der Fromme sah darin ein göttliches Zeichen und ließ zu Ehren der Gottesmutter an Ort und Stelle eine Kapelle bauen. Soweit die Legende. Tatsache jedenfalls ist, dass um 815 die Geschichte des Bistums begonnen hat.

Bei einem Bombenangriff im März 1945 während des Zweiten Weltkriegs verbrannte der Rosenstock und lag unter Trümmern begraben. Wie ein Wunder erschien es den Überlebenden dieser Katastrophe, als die Reste der Rose dennoch neue Triebe entwickelten. Acht Wochen nach der völligen Zerstörung des Hildesheimer Doms sprossen aus den verschütteten Wurzeln 25 neue Triebe hervor.

Die Blütezeit des Rosenstocks ist witterungsabhängig. In der Regel liegt sie Ende Mai und dauert ca. 14 Tage.

Der tausendjährige Rosenstock gehört botanisch zur heimischen Wildart Rosa canina L.

Der mächtige, uralte Rosenstrauch an der Apsis des Mariendoms gehört botanisch zur heimischen Wildart Rosa canina L., nicht also zu den „Historischen Rosen“ wie Rosa alba L. oder Rosa gallica L. Einige Merkmale des Wildrosentyps waren nach früheren Angaben im Schrifttum nicht geklärt, so zum Beispiel, ob die Blattunterseite behaart ist. Daher wurde eine Untersuchung der wesentlichen morphologischen und physiologischen Merkmale des Genotyps durchgeführt und folgende botanische Beschreibung erstellt:

Blatt: vorwiegend 7-fiedrig, oberseits dunkelgrün, unterseits hell- bis mittelgrün, unbehaart. Fiederblatt länglich oval, oberseits schwach rinnenförmig. Randeinschnitte gesägt.

Blüte: Einfach, mittelgroß, schwach duftend. Blütenblätter Anzahl 5, rosa weiß, schwach gewellt, Kelchblätter schwach gefiedert, zurückgeschlagen, früh abfallend.

Hagebutten: Leuchtend mittelrot, groß, länglich spindelförmig, spät reifend und ausfärbend, lange haltbar. Stielchen glatt, lang.

Bestachelung: Mitteldicht, Stacheln mittelgroß, auf spitz ovaler Platte, Unterkante tief konkav.

Mit der Beschreibung ist eine taxonomische Zuordnung der Hildesheimer Rose im Rahmen der Sammelart Rosa canina L. innerhalb der formenreichen heimischen Wildrosen gegeben. Eine Definition der Einzelpflanze als Varietät oder Subspezies ist im Hinblick auf die Diversität der Wildrosen und der zahlreich vorkommenden Mischformen infolge von Hybridisierung ohne Bedeutung.

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